Krippenspiel Zuhause - kloster-hachborn.de

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Krippenspiel
Krippenspiel für Zuhause
ein Krippenspiel von ganz einfach bis ziemlich komplex für's Wohnzimmer
von Helmut G. Müller, Version 19.12.

Aufführungsmöglichkeit 1 (ganz einfach und ohne Vorbereitung): Handys einschalten und den Link https://kloster-hachborn.de/familienkreis.php  mit vier weiteren Mitwirkenden teilen. Die Rollensätze von 1 - 5 aufteilen und mit dem Ablesen vom Handy loslegen. Die Weihnachtslieder können an den entsprechenden Stellen über den hinterlegten Link eingespielt werden.

Aufführungsmöglichkeit 2 (große Inszenierung im Wohnzimmer mit Vorbereitungszeit): Texte ausdrucken, Requisiten besorgen, Rollen absprechen und schon mal einüben, die Spielorte klären, Essen und Geschenke vorbereiten, Lieder und Gesang abklären.

Inhalt: Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas und Matthäus wird von dem Lektor (Vorleserin, Erzähler) gelesen. Daran orientieren sich die einzelnen Spielszenen. Es müssen dabei nicht alle Szenen gespielt werden. Wem das gesamte Stück zu lang ist, kann auch die Szene mit den Weisen weglassen, den Kaiser Augustus kürzen oder auch nur die Weihnachtsgeschichte vorlesen. Mit dem Krippenspiel verbunden werden kann die Weihnachtsfeier im familiären Kreis, mit Entzünden des Christbaums, gemeinsamem Essen, Singen und Geschenkeverteilung. Wer eine Weihnachtskrippe hat, kann die entsprechenden Figuren gut mitverwenden. Sie werden bei der Ankunft im Stall dann an ihren jeweiligen Ort gestellt.
Neben der Familienfeier am Heiligabend sind aber auch andere Weihnachtsfeiern denkbar, für die sich das Stück gut eignet.
Möglich ist auch, die einzelnen Szenen auf verschiedene Familien aufzuteilen, filmen zu lassen, und dann zu einem gemeinsamen Krippenspiel zusammen zu schneiden - etwa: Familie mit Maria und Josef (Szenen 1,3,5), Wirte (Szene 4), Augustus (Szene 2), Hirten (Szene 6), die Weisen (Szene 7) sowie die Lesung aus der Bibel als Rahmen für die einzelnen Szenen.
Mitwirkende: Mindestens vier größere Rollen. Kleinere Kinder können spontan mit einbezogen werden. Wenn man den Raum abgedunkelt lassen will können die Texte auch vom Handy abgelesen werden. Dazu allen einfach diesen Link weitersenden: https://kloster-hachborn.de/familienkreis.php . Den Liedern ist jeweils ein Link hinterlegt, der auf entsprechende Youtube Seiten führt.

Mögliche Rollenaufteilung bei 5 Mitwirkenden (bei nur vier Anwesenden könnte der Lektor noch den Rollensatz 5 übernehmen):
1 = Lektor,
2 = Maria, Hirtin Hanna, Balthasar
3 = Josef, Hirte 2, Melchior
4 = Engel, Wirtin, Hirte 1, Kaspar
5 = Augustus, Wirt, Herodes
Requisiten: Haus- oder Familienbibel, Christbaum, Stern, etwas zum (angedeuteten) Rauchen für Hirte 1, eine Flasche für Hirte 2.
Sofern vorhanden können  auch noch weitere Krippenspielrequisiten verwendet werden (Kopftuch für Maria, Hut für Josef, Fell oder Decke für die Hirten, Schürze für Wirt und Wirtin, Kronen für die Weisen, Schwer oder Speer für Augustus und Herodes)  .
Szene 1 - Ankündigung der Geburt ( Lektor, Maria, Engel Gabriel)
Zur Einstimmung kann gesungen, gesummt oder musiziert werden:
Alle Jahre wieder kommt das Christuskind
Auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind.
Kehrt mit seinem Segen ein in jedes Haus,
Geht auf allen Wegen mit uns ein und aus.



Die Hausbibel wird  aufgeschlagen.

1 - Lektor (Lukas 1, 26 ff.): Die Weihnachtsgeschichte: Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth zu einem Mädchen, das befreundet war mit einem Mann mit Namen Josef vom Hause David. Und das Mädchen hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach:
 
4 - Engel Gabriel: Ave Maria, sei gegrüßt, es sei mit dir der Herr.
2 - Maria: Ich habe Angst. Wer bist du, sag mir wer?
Und was ist das für ein Gruß?
Gibst du mir jetzt einen Kuss?
In letzter Zeit war ich viel allein,
Doch so nahe – nein das darf nicht sein.
4 - Engel: Fürchte dich nicht! Ist dein Freund auch gerade verschwunden,
so hast du doch Gnade bei Gott gefunden.
In aller Not, durch dich kommt neues Leben.
Dem sollst du den Namen „Gott hilft“ geben.
2 - Maria: Wie soll das gehen?
Was wird geschehen?
4 - Engel: Alle Not hat nun bald ein Ende,
zu Weihnachten ist Zeitenwende.
Der Erlöser wird durch dich geboren.
Zur Heilung der Welt auserkoren.
2 - Maria: So sei es drum. Ich bin Gottes Magd.
Es geschehe so wie du gesagt.
 
Szene 2 - Kaiser Augustus (Lektor, Augustus, Maria, Josef, Gabriel)
 
1 - Lektor (Lukas 2,1 ff): Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt gezählt würde, und diese Steuerschätzung war die Allererste und geschah zu der Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war.
 
5 - Monolog des Augustus (kann auch per Telefon oder Video zugeschaltet werden)
Ich, der Kaiser Augustus, bin ein Sohn der höchsten Götter.
Ich will, so sei’s – beim Donnerwetter,
die Welt beherrschen mit Macht und Gewalt.
Ich bin der Stärkste, so ist es halt.
Ich bin vom Himmel gesandt, der größte Rex,
was so viel heißt wie König,
dazu, und das steigert‘s noch ein wenig,
ein unfehlbarer Pontifex.
Zu Deutsch heißt das: ein Brückenbauer.
So, nun seid ihr etwas schlauer.
Ich bin die Brücke zum Himmel, zu den Sternen,
hin zu den Göttern, den ganz fernen.
Drum müsst ihr mich, den Kaiser Augustus, hoch verehren
und alle Welt zu mir bekehren,
wenn’s sein muss auch mit Schwert und Speer,
Soldaten und einem großen Heer.
Nur leider kostet auf dieser Welt,
nun wirklich alles sehr viel Geld.
Heer und Paläste sind sehr teuer.
Deshalb befehle ich: Wir machen eine neue Steuer.
Ein jeder gehe, dass er sich schätze lasse,
und danach bitte ich ihn zur Kasse.
Ein jeder reise sofort in seine Stadt,
dorthin, wo er seine Vorfahren hat!
Ich, der Kaiser, der große Sohn der Götter,
befehle die Reise - auch bei schlechtem Wetter!
 
1 - 4 Alle: Das ist nicht fein.
Das ist gemein.
Der Kaiser ist kein Gott.
Der bringt uns nur in große Not.
Der will nur unser aller Geld.
Ein Tyrann ist er, der Schlimmste auf der Welt.
 
5 - Augustus (drohend): Jetzt macht dem Kaiser keinen Kummer
und jeder werde eine Nummer
Ein jeder gehe in seine Stadt,
auch wenn er lahme Beine hat!
Geht dorthin, wo ihr seid geboren,
sonst haut der Kaiser euch auf die Ohren!
 
Szene 3 - Maria und Josef
 
2 - Maria (protestiert): Der Kaiser ist doch eine Qual.
Ich bin keine Nummer und keine Zahl
(Auftritt Josef)
3 - Josef (zu Maria): Schlimm ist des Kaisers Gier,
doch sag, was willst du denn hier?
2 - Maria (zu Josef): Ich will dich! Ich will bei dir stehen.
Wo du hingehst, dahin will ich mit dir gehen.
3 - Josef: Na das werden wir noch sehen.
Du bekommst doch wohl ein Kind
und woher, das weiß der Wind.
2 - Maria: Das Kind hat einen himmlischen Vater,
doch auch auf Erden braucht’s einen Berater
3 - Josef: Warum denn gerade ich?
Ich bin doch viel zu alt für dich.
Such dir einen anderen Mann.
2 - Maria: Du gehörst zu mir, ich glaube dran.
3 - Josef: Aber ich muss nach Bethlehem, und das ist ziemlich weit.
Ich bin arm, und die Reise dorthin braucht sehr viel Zeit
2 - Maria: Ich gehe mit dir, bis ans Ende der Welt
zur Not auch ohne Gold und ohne Geld.
In der Königsstadt werden wir verpaart.
 
3 - Josef (für sich): Mir bleibt aber auch nichts erspart:
Erst der Kaiser mit einer neuen Steuer,
dann eine Frau, die ist mir nicht geheuer,
und demnächst vielleicht auch noch ein Kind.
Oh, ich bin völlig durch den Wind.
Doch andererseits: so eine Frau die hält auch fit.
(zu Maria): Na gut, dann komm halt mit.
Zudem hast du ein schönes Gesicht.
Doch ob ich dich heirate, weiß ich noch nicht.
 
4 - Engel: Josef, du Sohn Davids, du sollst dich nicht schämen,
 Maria als deine Frau zu dir zu nehmen.
Denn was sie empfangen hat ist von Gott.
Sein Geist rettet aus Krankheit und Not.
Aus himmlischen Sphären
wird sie einen Sohn gebären,
der soll mit Namen Jesus heißen.
Er wird sein Volk aus dem Elend reißen.
 
Szene 4 - keine Herberge (Lektor, Maria, Josef, Wirt, Wirtin)
 
1 - Lektor (Lukas 2, 4ff: Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte.…
 
2 - Maria: Es war ein langer Weg, und was mich quält
das habe ich dir nun alles erzählt.
3 - Josef: (zu Maria): Ja Maria, es ist gut, jetzt bin ich schlau.
Ich weiß, ich will dich als meine Frau.
2 - Maria: (lächelnd) Dann auf zur Geburt und zur Hochzeitsnacht,
in Bethlehem wird unser Kind zur Welt gebracht.
(Sie gehen zum Wirt)

3 - Josef (zum Wirt): Guten Abend, lieber Mann, wir hätten gern ein schönes Zimmer.
5 - Wirt: So zerlumpt? Na geht’s noch schlimmer?
Ihr könnt nichts bezahlen, ihr seid wohl toll.
Nein, nein, hier ist alles schon zu voll.
Kein Platz für euch, ihr seid zu spät.
Auf, weg mit euch, geht, geht, geht!

2 - Maria (zum Wirt): Ach, können wir bei Ihnen nicht doch ein Zimmer haben?
Ich bin in Wehen. Ich erwarte einen Knaben.
5 - Wirt: Da habt ihr bei mir aber nichts verloren.
In meinem Haus wird nichts geboren!
Auch noch ein Junge - die machen doch nur Krawall.
Verschwindet, sucht euch einen Stall!
Ich kann euch nicht helfen in eurer Not,
wir haben heute Beherbergungsverbot.
(Sie gehen weiter)
 
3 - Josef (zur Wirtin): Guten Abend, liebe Frau, wir klopfen freundlich an.
Ich weiß, wir sind sehr spät schon dran.
Meine Frau erwartet einen Sohn.
Gott segne euch - das sei der Lohn.
4 - Wirtin: Ach, ihr tut mir wirklich leid.
Ich sehe schon, bald ist’s soweit
Gottes Segen ist gewiss ein großer Schatz
doch leider hab‘ ich keinen Platz,
höchsten der Stall mit Esel und Rind
als Geburtsort für euer kleines Kind.
Nehmt die Futterkrippe halt als Wiege
und Heu und Stroh als eure Liege.

Szene 5, die Geburt (Lektor, Alle)
 
1 - Lektor (Lukas 2, 6 ff): Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. (an dieser Stelle können die Kerzen am Christbaum angezündet werden)
 
Lied: Stille Nacht, heilige Nacht im Familienkreis gesungen, gespielt oder auch nur abgespielt, je nach dem, was möglich ist

Szene 6 - die Hirten (Lektor, Hirte 1, Hirte 2, Hirtin, Engel)
 
1 - Lektor (Lukas 2, 8ff): Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.
 
4 – Hirte 1: Die Reichen fressen sich den Bauch voll Speck,
und wir hungern, sind für die da oben nur der letzte Dreck (raucht an einer Pfeife oder ähnlichem).
3 - Hirte 2: Hey, gib mir mal etwas Kraut aus deiner Pfeife, damit ich die Kälte nicht so spüre (nimmt sich die Pfeife von Hirte 1 und raucht).
4 - Hirte 1: Her mit der Pulle Schnaps, damit ich nicht so friere. (nimmt sich die Flasche von Hirte 2 und trinkt, dann Streit, Gerangel)
2 - Hirtin Hanna: Hallo, ihr beiden Superschlauen,
müsst ihr euch untereinander noch beklauen.
Wie wär’s denn, wenn wir mal eine Familie sind.
4 - Hirte 1: Doch dazu fehlt uns wohl ein Kind.
3 - Hirte 2: Ja, Hanna willst du nicht mal eins kriegen?
2 - Hanna: Nicht hier, zwischen dreckigen Schafen und stinkenden Ziegen.
(Dann zu sich) Wir sind so kaputt, so leer, weil wir ohne Hoffnung sind.
Ach ne, bei mir wird’s nie was mit 'nem Kind.
Ich hab’s vermasselt, bin für Kinder jetzt zu alt
und sitz nun abgebrannt vor'm Tannenbaum in diesem Wald.
3 - Hirte 2 (jammernd): Ach Hanna, ich wünschte mir auch die große Wende.
Ich bin mit dem Leben ganz am Ende,
hab nur noch Schulden und kein Geld.
Wer rettet mir noch meine Welt?
4 - Hirte 1: (sieht den Engel) Was ist das da, hab ich zu viel geraucht.
3 - Hirte 2: Liegt's wohl am Schnaps? Jetzt sehe ich’s auch.
4 - Hirte 1: Es ist als käm‘ ein Stern vom Himmel.
3 - Hirte 2: Ein Kind und noch eins (zählt die Kerzen am Christbaum)–, drei, vier, fünf - was für ein Gewimmel.
4 - Hirte 1: Ich sehe die Engel, das ist wahr.
2 - Hanna: Mein Gott, mir wird mein Leben klar.

1 - Lektor: Und der Engel sprach zu ihnen:
4 - Engel (eine kleine Rolle, evtl. auch für ein Kind, das noch nicht lesen kann: einfach satzweise nachsprechen. Die Rolle kann auch auf mehrere aufgeteilt werden): Fürchtet euch nicht!     Ich verkündige euch große Freude … Große Freude für alle Menschen. … Euch ist heute der Heiland geboren …  Christus … Ihr werdet das Kind finden …  Es ist noch in Windeln gewickelt. … Es liegt in einer Krippe.
Alternativ kann auch einfach nur der Bibeltext gelesen werden: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
 
Lied/Musik: Gloria, Hört der Engel helle Lieder
 
4 - Hirte 1: Freude – wirklich für alles Volk?
3 - Hirte 2: Der Heiland, der Erlöser uns geboren?
4 - Hirte 1: Ein Kind in Windeln und wir seine Familie?
2 - Hirtin Hanna: Dass ich das auf meine alten Tage noch erlebe.
Kommt lasst uns nach Bethlehem gehen,
um unser Kind jetzt anzusehen.
4 - Hirte 1: Da mach ich vor Freude einen Satz.
Unser Kind hat einen Krippenplatz.
 
1 - Lektor ( Lukas 2, 15ff): Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren sprachen die Hirten: Lasst uns nun gehen  nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegend.
Sie teilten ihr Hirtenbrot mit ihnen. Josef bekam sogar einen Schluck aus der Flasche. Nur das Rauchen ließen sie lieber. So wurde es ein wunderbares Abendmahl wie das Kind es später noch viele Male feiern sollte.
 
Hier kann eine größere Pause kommen, evtl. mit Abendessen, Weihnachtsplätzchen verteilen oder ähnlichem
 
Szene 7 – die Weisen (Lektor, Kaspar, Melchior, Balthasar)
 
1 - Lektor (Matthäus 2,1 ff). Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Herodes, siehe da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden. Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.
 
4 - Kaspar: Ich bin Kaspar, der Wirtschaftsweise.
In Ost und West bin ich begehrt.
Ich bin klug und sehr gelehrt.
Wenn ich rede, dann sind alle leise,
denn bei mir da geht es um Gold und Geld.
Doch dieses Jahr, haben wir eine große Krise,
und jetzt fragt gleich alle Welt,
ob ich denn eine Lösung wisse.
3 - Melchior:  Ich bin Melchior, Erleuchteter von Gottes Gnaden.
Ich kenne mich in himmlischen Dingen aus.
Drum kommen die Menschen in mein Haus
immer wenn sie in Not geraten.
Mit Weihrauch soll ich die bösen Geister vertreiben,
dazu noch täglich für sie beten.
Ach, wenn sie doch einfach mal hören täten.
Denn ist die Not erst mal vorbei,
ist’s ihnen wieder einerlei.
So ruinieren sie diese schöne Welt.
Wer ist es, der sie dabei noch aufhält?
2 - Balthasar: Ich bin Balthasar, in der Medizin der Beste.
Mit Myrrhe salbe ich die Könige.
Bei mir sterben nur ganz wenige.
Ich bin ein Arzt mit einer weisen Weste.
Doch jetzt ist eine Krankheit da,
schlimm wie die Pest, ich nenn sie Corona,
was so viel heißt wie Krone,
denn diese Krankheit ist nicht ohne.
Wo gibt es Heilung? Wo ist das Land,
wo man vielleicht die Rettung fand?
 
4 - Kaspar: Drei Weise, die nicht weiter wissen.
3 - Melchior: Also, das ist echt besch... eiden.
2 - Balthasar: Was machen wir nun, ihr Beiden?
Stern leuchtet auf oder wird (vom Lektor) hochgehalten

4 - Kaspar (mit Blick zum Stern): Bei Luzifer, dem Morgenstern:
Da seht, wir kriegen einen neuen Herrn.
3 - Melchior: Das ist das Himmelszeichen für die neue Zeit.
Ein König wird geboren im Heiligen Land, fern von hier und sehr, sehr weit.
2 - Balthasar: Es ist der Judenstern, der Heiland kommt, ja es ist wahr.
Schnell zum Palast! Sie brauchen mich, den Professor Doktor Doktor Balthasar.
 
1 - Lektor: (Matthäus 2, 3ff.) Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem, und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen wo der Christus geboren werden sollte.

5 - Herodes: (für sich) Das ist gegen des Kaisers Gebot.
Ein neuer König – das bringt mich in Not.
Das riecht nach Aufruhr, ich muss mich vorsehen,
mit List und Betrug ganz geschickt jetzt vorgehen.
5 - Herodes: (zu den Weisen, überfreundlich)
O, ihr hochverehrte Weise,
ihr machtet eine lange Reise.
Ruht euch aus in diesem Haus.
Lebt bei mir in Saus und Braus.
Wir werden euren König finden. Wir haben eine gute Polizei, die weiß alles,
die kennt die Paläste, die Häuser, das Land bis in den letzten Winkel jeden Stalles.
Wir bringen ihn hierher zum Verehren und Anbeten.
(zur Seite gesprochen, richtig böse) Und danach werde ich ihn töten.
 
4 - Kaspar: O hoch verehrter königlicher Freund, entschuldigt, aber wir wollen gleich los.
2 - Balthasar: Wir haben gehört: In Bethlehem entsprang ein Ros.
3 - Melchior: Wir werden das Rätsel dort schon lösen.
(Sie ziehen weiter und beraten sich untereinander)
 
4 - Kaspar: Mit Herodes, das war ein böser Fehler.
2 - Balthasar: Ich fürchte, wir haben seinen Argwohn geweckt.
3 - Melchior: Ich hoffe nur, das Kind ist gut versteckt.
4 - Kaspar: Wie sollen wir das Kind nur finden, hier bei all den Leuten?
3 - Melchior: Und ohne unsere Zeit jetzt zu vergeuden?
Der Stern leuchtet auf / wird hochgehalten
 
2 - Balthasar:  Da seht, der Stern kommt uns ja entgegen!
 (deutet auf den Stern) Meine Damen, meine Herren,
kommt lasst uns das Kind verehren.
Ein wahres Wunder ist geschehen.
Das Geheimnis des Lebens werdet ihr sehen.
 
1 - Lektor (Matthäus 2, 9ff): Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war. Und als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrre.
 

4 - Kaspar: Dass ich das noch erlebe bevor ich sterbe.
Ich schenke dir mein Gold, du bist mein Erbe.
3 - Melchior: Du wirst ein Held der Religion.
Ja, man nennt dich Gottes Sohn.
2 - Balthasar: Ein Arzt zum Heil, das wirst du sein,
mit Myrrhensalbe für Groß und Klein.
Auf einem langem Weg seinem Stern zu folgen - nun ist's mir klar,
So wird die Erlösung von Krankheit und Tod  wohl wahr.
4 - Kaspar: (zu den anderen Anwesenden) Wir freuen uns am neuen Leben,
und wollen euch dazu unsere Geschenke geben.
(die Weihnachtsgeschenke werden verteilt)
   
Abschluß
1 - Lektor (nach Lukas 2,17ff): Als sie das Kind aber gesehen hatten, erzählten sie weiter, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten staunten über die Worte. Maria aber behielt alles und bewegte es in ihrem Herzen. Und die Hirten, Engel und Weisen kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es zu ihnen gesagt war.
(die Hausbibel wird geschlossen und wieder an ihren Ort zurückgelegt)


"Krippenspiel für Zuhause" von Helmut G. Müller ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht kommerziell 4.0 International Lizenz.

Über Rückmeldungen freuen wird uns. Die  Rechte zur Aufführung des Stückes oder Verwendung von Teilen davon über den Hausgebrauch hinaus werden erworben durch die Angabe des Spielortes und der Zeit der  Aufführung im unten stehenden Gästebuch. Es erfolgt in der Regel keine weitere Rückmeldung.


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